Informationen zu Booten

Unterschieden werden zwei Hauptgruppen: Kayaks und Canadier.

Merkmale von Kayaks sind:
-in der Regel geschlossene Boote mit Sitzluke ( Ausnahme bei Wanderbooten, hier kann das Boot auch offen sein )
-wird immer mit einem Doppelpaddel gefahren.

Merkmale von Canadiern sind:
-in der Regel offene Boote ( ausnahme bei Wildwasser- und Renncanadiern, einige Canadier haben auch hier ein geschlossenes Deck mit Luke )
-wird immer mit Stechpaddeln gefahren.

Die Kayaks teilen sich auf in:

Wanderkayaks/Seekayaks: Diese Boote sind zwischen 3.50 m und 6 m lang, sind relativ schlank, oft mit einer Steueranlage und Abschottungen versehen und haben eine gerade Kielline.

Wildwasserkayaks: Die Längen variieren hier zwischen 2 m und 3,5 m, die Boote wirken oft recht bullig und sind in der Kielline stark aufgebogen.

Spielboote: Sehr kurze Boote mit einer Längen von 2,5 m bis 3,5 m, Volumen meist um`s Cockpit konzentriert, recht flaches Unterwasserschiff und flache Bootsenden.

Eine Sonderform der Kayaks sind die Faltboote, zerlegbare Boote mit Holz- oder Aluminiumgerippe und einer Haut aus Baumwolle/Hypalon oder Polyurethan/Cordura. Bekannte Marken sind Klepper, Pouch, Feathercraft.

Bei den Canadiern gibt es Wandercanadier mit Längen um die 5 m und die Wildwassercanadier ( open canoes ) mit starkem Kielsprung, Sattelsitz und Auftriebskörpern mit Längen zwischen 3 m und 4,5 m.

Als letztes wären die Schlauchboote zu nennen. Hier gibt es sowohl Canadier als auch Kayaks, außerdem Rafts und motorisierbare Boote.

Materialien und Verarbeitung

Bei den Kayaks sind zwei Werkstoffe vorherrschend: Laminat aus Glasfaser, Diolen, Kevlar oder Carbon, oder Boote aus Thermoplaste ( Polyethylen ).
Laminatboote werden meist von Hand gefertigt, bei sehr preisgünstigen Booten teilweise auf Formen gespritzt. Aus diesen Material entstehen meistens Wanderboote und Seekayaks, bei Rennkayaks kommt kommt fast ausschließlich Kevlar/Carbon zum Einsatz.
Polyethylen wird bei 90% der heute hergestellten Kayaks verwendet. Seine Vorteile sind hohe Haltbarkeit bei erträglichem Gewicht, in großen Serien läßt sich das Material preisgünstig verarbeiten.

Bei den Herstellungsverfahren gibt es zwei verschiedene Arten: das Rotieren und das Blasen: Bei den rotierten Booten wird das flüssige Material in einer Form geschwenkt und erstarrt am Rand, bei geblasenen Booten wird ein erhitzter Schlauch aus PE mit Druck in eine Form gepreßt.
Qualitativ sind die rotierten Boote widerstandsfähiger, da die Formen aber sehr teuer sind, verwenden bis heute nur Eskimo und Prijon dieses Verfahren.

Bei Canadiern wird selten PE verwendet, hier kommen entweder Laminate oder Dreischichtkunststoffe zum Einsatz. Diese Dreischicht- oder Compositbaustoffe (Markennamen sind Royalex, Royalite oder Olthylen ) bestehen aus mehreren PE- oder ABS- Kunststoffen mit einem dazwischengelegten Schaumkern. Dadurch sind die Boote recht leicht und steif. Außerdem ermöglicht der Auftrieb des Schaumkerns den Verzicht auf zusätzliche Auftriebskörper.
Der traditionelle Werkstoff zum Bootsbau, Holz, findet heute nur noch wenig Anwendung. Hohe Preise und die Empfindlichkeit des Materials sind die Gründe.

Paddel

Es werden zwei grundsätzliche Arten von Paddeln unterschieden: Doppelpaddel und Stechpaddel.

Doppelpaddel haben zwei Blätter, werden in Kayaks gefahren und haben Längen zwischen 190 cm und 260 cm. Als grobe Faustregel für die Paddellänge gilt bei Wanderpaddeln: Aufrechtstehend mit ausgestrecktem Arm muß man die Kante des Blattes erreichen. Wildwasserpaddler fahren Längen zwischen 190 cm und 205 cm, abhängig vvom Boot, Art des Wildwassers und persönlichen Vorlieben. Die Paddelblätter beim Doppelpaddel sind gegeneinander verdreht ( geschränkt ). Der Winkel beträgt bei modernen Wildwasserpaddeln 60 - 75 Grad, bei Wanderblättern 70 bis 90 Grad. In der Regel sind Doppelpaddel aus einem Stück, für Faltbootfahrer oder als Reservepaddel gibt es aber auch zwei- oder dreiteilige Paddel.

Stechpaddel haben nur ein Blatt, haben Längen zwischen 140 cm und 170 cm und werden in Canadiern verwendet. Die Faustregel für die Paddellänge ist hier: aufrechtstehend sollte das Paddel bis zum Kinn reichen. Auch bei Stechpaddeln gibt es geteilte Versionen für den Einsatz als Reservepaddel oder bei Schlauchcanadiern.

Die verwendten Materialien sind: Holz bei Wandercanadiern und Stechpaddeln; Einschichtkunststoff ( RIM ) bei preisgünstigen Blättern; Mehrschichtkunststoff mir Schaum- oder Laminatkern bei Wildwasserpaddeln; Laminate bei hochwertigen Wander- Wildwasserpaddeln; Nylon bei stark beanspruchten Wildwasserpaddeln